Kriegsgräberstätte Cuxhaven - Brockeswalde
Zustandsbericht September 2026

Einleitung

Dieser Bericht dokumentiert den aktuellen Zustand der Kriegsgräberstätte Cuxhaven-Brockeswalde im September 2026. Grundlage der Begehung und Dokumentation ist der unübersehbare Mangel an Pflege und Instandhaltung, der die Würde der Gedenkstätte massiv beeinträchtigt.


Zusammenfassung des Zustands

Der Gesamtzustand der Anlage muss als unzureichend und vernachlässigt beschrieben werden. Nahezu alle Bereiche der Grabstätten, Grünflächen und baulichen Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Eine geordnete und pietätvolle Gedenkkultur ist unter den gegebenen Umständen kaum möglich und würdelos.


Detaillierte Mängelliste (basierend auf Fotodokumentation nach Begehung)

Der Gesamtzustand der Anlage muss als unzureichend und vernachlässigt beschrieben werden. Nahezu alle Bereiche der Grabstätten, Grünflächen und baulichen Anlagen weisen erhebliche Mängel auf. Eine geordnete und pietätvolle Gedenkkultur ist unter den gegebenen Umständen kaum möglich und würdelos.

1. Zustand der Grabplatten
Ein großer eklatanter Mangel betrifft die Lesbarkeit und Erkennbarkeit der einzelnen Grabplatten und Gedenksteine der Opfer der Weltkriege

  • Unleserlichkeit: Viele der Inschriften auf den steinernen Grabplatten sind durch starken Moos- und Flechtenbefall, sowie Verwitterung größtenteils nicht mehr zu entziffern. Die Identifizierung der dort ruhenden Kriegstoten ist stellenweise unmöglich.

  • Überwachsung: Die flachbündigen Grabplatten lagen früher über der Grasnarbe. Durch jahrzehntelangen Humusauftrag wurde die Erdschicht nach und nach, zunehmend dicker. Mittlerweile liegen nahezu sämtliche Platten unterhalb des Bodenterrain (Stellenweise 5 cm oder sogar mehr). Vielfach überwuchert langes Gras von den Seiten her die Grabstelle, oder der Maulwurf hat einen entsprechenden Aushub drüber geworfen. Auch wenn sie in seltenen Fällen freigestochen werden, wachsen sie umgehend wieder zu.
    Die Grabsteine der Opfer des 1. Weltkriegs liegen teilweise völlig unsichtbar komplett im Gehölz eingewachsen.

2. Grünflächenpflege und Bodenbeschaffenheit
Die Pflege der Rasen- und Grünflächen übers Jahr gesehe ist unzureichend und entspricht nicht dem Standard einer Gedenkstätte.

  • Mangelhaftes Mähen: Die Rasenflächen wirken ungepflegt, Wildkräuter und Unkraut dominieren zum Teil hochwachsend. Ein regelmäßiger, sauberer Schnitt ist nicht erkennbar. 2-3 mal im Jahr Mähen, ist keine Regelmäßigkeit!

  • Unebener Boden und Maulwurfstätigkeit: Der gesamte Bodenbereich ist extrem uneben mit Löchern, Huckeln und Senken. Zudem sind die  Flächen vielfach durch Maulwurfstätigkeit beeinflusst, was den ungepflegten Eindruck der Anlage noch einmal verstärkt. Auch hier gibt es Möglickeiten die Tiere wirkungsvoll zu Vergrämen.

3. Wege und bauliche Anlagen
Sowohl die Infrastruktur als auch die Umfriedung der Anlage weisen erhebliche Schäden auf.

  • Zugewachsene Wege: Nahezu sämtliche Wege sind alle mit Moos überwachsen oder stark mit Wildkräutern und Unkraut zugewachsen, sodass die Wegführung kaum noch erkennbar ist.


  • Beschädigte Umfriedung: Die hölzernen Zäune sind stellenweise marode oder schief. Die Umfriedungsmauer ist stellenweise eingestürzt oder weist Schäden auf. Größtenteils ist sie von Unkräutern und Gehölzen besetzt, was die Bausubstanz weiter schädigt.

  • Der Brunnen: Die kreisrunde Steinfassung ist ohne Wasser und Funktion. Sie ist ungepflegt und voller Laub. Hier wäre es ratsam, diese wieder ihrem ursprünglichen Zweck als Brunnen zu gestalten oder wenn nicht, besser abzureißen.

  • Die kleine Kapelle: Das schon seit über 80 Jahre stehende Gebäude könnte auch eine optische Auffrischung vertragen. Das Dach ist größtenteils vermoost und ungepflegt. Spinnennetze die nicht erst seit gestern da sind, schmücken es an sämtlichen Stellen. Metallteile um das Gebäude könnten einen Korrosionsschutz und Neuanstrich gebrauchen. Gebäudeschäden wie Abplatzungen oder Risse müssen beseitigt werden. Unkräuter und an das Gebäude rangewucherte Bodendecker müssen gestutzt werden.

  • Gedenkplatz für die Opfer aus Schneidemühl: Dieser nicht zur eigentlichen Kriegsgräberstätte gehörende Teil der Anlage, ist bis auf gelegentliches Fegen in Ordnung.

Gesamteindruck: Das Erscheinungsbild der Kriegsgräberstätte Cuxhaven-Brockeswalde ist bedrückend. Die Vernachlässigung der minimalen Pflege über Jahrzehnte hinweg, lässt die Gedenkstätte verfallen wirken und wird der Verantwortung gegenüber den Toten nicht gerecht. Überall sprießendes Unkraut, unleserliche Grabsteine und beschädigte Infrastruktur prägen das Bild.

  • Mangelhaftes Mähen: Die Rasenflächen wirken ungepflegt, Wildkräuter und Unkraut dominieren zum Teil hochwachsend. Ein regelmäßiger, sauberer Schnitt ist nicht erkennbar. 2-3 mal im Jahr Mähen, ist keine Regelmäßigkeit!

  • Unebener Boden und Maulwurfstätigkeit: Der gesamte Bodenbereich ist extrem uneben mit Löchern, Huckeln und Senken. Zudem sind die  Flächen vielfach durch Maulwurfstätigkeit beeinflusst, was den ungepflegten Eindruck der Anlage noch einmal verstärkt. Auch hier gibt es Möglickeiten, die Tiere wirkungsvoll zu Vergrämen.

Pflichtaufgabe der Kommune Stadt Cuxhaven:
Um die Würde unserer Kriegsgräberstätte wiederherzustellen, sind umgehende und umfassende Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen erforderlich. Eine Makulatur wie sie derzeit betrieben wird, ist nicht mehr zielführend:

  • Freilegung und Reinigung der Grabplatten 2. WK.: Sämtliche Grabplatten müssen herausgenommen, das Erdreich anschließend abgetragen und neviliert werden. Alle Platten müssen im Anschluß wieder an exakt ihrer vorherigen Stelle eingesetzt werden. Zuvor müssen diese aber noch professionell gereinigt und die Inschriften wieder lesbar sein. Empfehlenswert wäre eine entsprechende Mähkante zu verbauen um die Folgearbeiten zu erleichtern.

  • Freischneiden der Grabsteine der Opfer des 1. WK.: Die Gehölze um diese Steine müssen komplett entfernt werden.

  • Intensive Grünpflege: Regelmäßiges Mähen und Hecken (Bodendecker) schneiden, Unkrautbekämpfung auf Wegen und Grabflächen sowie permanente Einebnung des Bodens (Maulwurfsbekämpfung). Regelmäßiges Mähen bedeutet mind 2 x im Monat!

  • Reparatur der Infrastruktur: Instandsetzung der Zäune und Mauern sowie Reinigung oder Neugestaltung der Wege und Sonderanlagen (Brunnen und Kapelle).

Der jetzige Zustand entspricht derzeit jedenfalls nicht der geltenden Gesetzeslage des Bundes. Es wird dringend empfohlen, ein nachhaltiges Pflegekonzept für die Anlage zu erstellen und umzusetzen. Auch ist es wie in anderen KGSt. zu empfehlen, eine Informationstafel über diese aufzustellen.

Die Pflege und Unterhaltung einer Kriegsgräberstätte ist eine im Grundgesetz verankerte staatliche und hoheitliche Aufgabe. Sie obliegt hierbei den jeweiligen Bundesländern und wird durch die zuständigen Kommunen (Städte und Gemeinden) übernommen. Diese werden für ihre Leistungen entsprechend abgegolten.
In der Stadt Cuxhaven ist das Grünflächenamt für die Erledigung dieser pflichtgemäßen Aufgabe zuständig. Die letztendliche Verantwortung dafür hat der Verwaltungschef, in diesem Fall der Oberbürgermeister unserer Stadt.

Die Vorgaben des Bundes findet man unter: Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz (GräbVwV) .

Wer sich für eine im Gegensatz zu Cuxhaven - Brockeswalde stehende vorbildliche Anlage interessiert, sollte die würdevoll gepflegte Kriegsgräberstätte der Gemeinde Wingst in
Ellerbruch besuchen.


Fotos zur Bestandsaufnahme der Kriegsgräberstätte Cuxhaven - Brockeswald ( Stand Sept. 2026)

In der Mitte der Weg, rechts ein Beet, aber nur Wildkraut, keine Struktur!

Die fotografisch dokumentierte Begrenzungsmauer weist einen erheblichen Substanzschaden auf. Ein Mauerabschnitt ist vollständig eingestürzt. Dieser Zustand besteht schon seit Jahren, wenn nicht sogar noch länger.

Auch der Zaun könnte wieder hergerichtet werden, so jedenfalls schadet er dem Gesamtbild.

Der Brunnen, mittlerweile schon kompostierte Blätter zeigen, das er schon länger nicht mehr genutzt, bzw. gereinigt wurde.

Hier liegen übringens die Opfer der Lichtwark Katstrophe. Die Grabplatten heutzutage allerdings etwas Untertage.

Fotos sagen manchmal mehr aus als Worte!

Weggebrochenes Mauerteil der Kapelle.

Leicht unregelmäßige Mahd, hier mal etwas höher dort mal etwas tiefer. Nein das guckt sich nicht mehr weg, das ist einfach schlecht !

Überall Unebenheiten auf dem Grabfeld, lassen das Erscheinungsbild in einem äußerst negativen Licht stehen.

Die Bodendecker wandern bereits die Wand der Kapelle hoch,  zumal hat die Vegetation den ehemaligen Weg komplett überwachsen.

Hier könnte auch mal der Hochdruckreiniger kreisen.

Laufender Übergang vom Rasen oben, zum Unkaraut unten, durch ein mittlerweile fehlendes Mauerstück. Die Situation besteht auch nicht erst seit gestern.

Was ist das hier ? Es sind die Grabstellen eines unbekannten Soldaten und von Franz Reichmann.
Solche Zustände vor Ort machen mich echt ärgerlich und fachen mich noch mehr an, hier für Unruhe zu sorgen.
So etwas darf nicht sein !

Die Grab- und Gedenkplatte des Gemeinschaftsgrabes mit den Namen der Opfer des Untergangs der Altenbruch nach Minentreffer. Wie lange benötigt Moos um solch eine Stärke zu bekommen?

Unter Gehölz eingewachsen, die Grab- und Gedenksteine der Opfer des ersten Weltkriegs. Auch die müssen komplett freigeschnnitten und gereinigt werden. Das ist eine Kriegsgräberstätte und kein botanischer Garten !

Ein trauriger Blick zum Abschluß, mal schauen wie es 2027 aussieht?