Der Untergang von Tpbt. "S 26" in der Elbmündug

Der Untergang eines weiteren kaiserlichen Torpedobootes in der Elbmündung im Jahre 1897, zeigt der folgende Bericht. Nebenbei konnte auch der, auf dem alten Foto der Enthüllung des Denkmals stehenden Standort des Sockels lokalisiert werden. Er befindet sich auf der Kriegsgräberstätte in Döse, allerdings in deutlich abgespeckter Form. Genau an dieser Stelle wurden auch die drei Opfer des Untergangs von Tpbt. S 26 beigesetzt. Interessant wäre auch, ob Boot irgendwann mal gehoben wurde und wenn nein, wo sich dessen Position befindet.

Die Situation des Untergangs einem nach Willi Stöver nachempfundenen Aquarell von 1997/98.


Enthüllung des Denkmals für die Mannschaften des Torpedoboots S 26.

(Zu dem Bilde auf dieser Seite.)

Es war am 22. September 1897 Morgens gegen 10 Uhr, als bei der Rückkehr vom Manöver das Torpedoboot S 26, geführt vom Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, in der Elbmündung zu Grunde ging. Eine See, die fast genau in Richtung des Kurses von hinten auflief, hob das Heck und brach zu beiden Seiten über Deck zusammen. Der Bug tauchte ein, und das Boot kenterte langsam, so daß es mit dem Kiel nach oben schwamm, die an Deck befindlich gewesenen Mannschaften wurden fast alle von anderen Booten der Torpedobootsdivision aufgenommen. Diejenigen aber, die sich unter Deck befanden, sowie der durch die Welle hinuntergeschleuderte Führer konnten, mit einer einzigen Ausnahme, nicht mehr gerettet werden. Nur der Heizer Leckebusch, der leicht bekleidet war, konnte durch Untertauchen die Oeffnung des Kajütenraumes und die Oberfläche des Wassers gewinnen, wo er bald durch eines der Torpedoboote aufgenommen wurde. Nach etwa einer Stunde sank S 26 — noch immer ging die See hoch —, längst war jede Hoffnung geschwunden, dem Herzog und den mit ihm eingeschlossenen Leuten Hilfe zu bringen.

Von dem geretteten Heizer ist uns überliefert, daß der Herzog, nachdem er die Gefahr erkannt hatte, ruhig und gefaßt die Worte sprach: „Es ist Alles verloren, Jungens, jetzt wollen wir noch beten: Vater, nimm unsere Seelen zu Dir in den Himmel und gieb uns einen schnellen und gelinden Tod.“ Man ist der Ansicht, daß das Ende der im Zwischendeck Verbliebenen ein schnelles war. — Während für den in Schwerin ruhenden Herzog Friedrich Wilhelm bereits ein Denkmal in Kiel besteht, das auch der Mannschaften gedenkt, ist nun in Cuxhaven am Grabe der drei dort beerdigten Matrosen ebenfalls ein Denkmal errichtet worden. Die Enthüllung zeigt unser Bild.

Die Gedenkzeremonie mit der Enthüllung des Denkmals 1898

Der Sockel des Denkmals aus Granit sieht selbst heute noch aus wie am ersten Tag. Nach weitaus über 120 Jahren ist vom drumherum allerdings sonst nichts mehr vorhanden. Die Umfriedung ist fort und das Oberteil fehlt komplett. Mittlerweile steht es schräg und vergessen da.