Das Schicksal von Torpedoboot S 25

Ein Foto aus dem Cuxhavener Amerikahafen. Im Vordergrund das Torpedoboot S 25. Im Hintergrund die Osteite des Steubenhöftes, ganz rechts das Molenfeuer. Der unten in Sütterlin verfasste Text besagt folgendes:
Dieses Bild wurde auf Wunsch der Kaiserlichen Hoheit der Frau Kronprinzessin des Deutschen Reiches Cecilie im Hafen von Cuxhaven angefertigt. Das Boot "S 25" der III. Minensuchdivision ging mit mir am 5. Nov. 1914 zwischen Tonne "Westertill" und Helgoland unter. Leider ging mir hierbei das von E. d. Kaiserlichen Hoheit verliehene Familienbild verloren.
Cuxhaven, im Weltkriege 1914/18. x Lorenz Lorenzen, Min. Bootsmt. d. R. „
Nach der Auswertung des Textes und Recherchen in entsprechenden Fachgruppen, kam folgendes heraus:
Das Torpedoboot S 25 (später T 25) stellt ein bedeutendes Exponat der Cuxhavener Marinegeschichte während des Ersten Weltkriegs dar. Ursprünglich war das Boot am 04.08.1886 bei der Werft F. Schichau in Elbing unter der Baunummer 327 vom Stapel gelaufen. Die Indienststellung als Hafentorpedoboot S 25 erfolgte am 04.11.1886, es gehörte zur frühen Generation der Schichau-Torpedoboote. Obwohl es am 11. November 1910 offiziell in T 25 umbenannt wurde, blieb die alte Bezeichnung „S 25“ in der täglichen Praxis der Besatzung und auf privaten Fotografien weiterhin fest verankert. Das Boot war bereits lange vor dem Kriegsausbruch fest in der Region verwurzelt. Ab 1905 gehörte es zur Minensuchreservedivision Cuxhaven und ab 1907 zur dortigen Minenabteilung.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914 wurde das bereits fast 30 Jahre alte und technisch veraltete Schiff reaktiviert, um in der III. Minensuchdivision Dienst zu leisten. Aufgrund ihres geringen Tiefgangs waren diese Boote für das gefährliche Räumen und Legen von Minensperren in den flachen Küstengewässern der Elbmündung und der Helgoländer Bucht prädestiniert. Ein besonderes Zeugnis dieser Zeit ist eine Fotografie, die auf ausdrücklichen Wunsch der Kronprinzessin Cecilie im Hafen von Cuxhaven angefertigt wurde. Dies unterstreicht die Bedeutung des Bootes und seiner Besatzung, zu der auch der Minen-Bootsmaat der Reserve, Lorenz Lorenzen, gehörte.
Das Schicksal des Bootes erfüllte sich in der Nacht vom 5. auf den 6. November 1914. Während Augenzeugenberichte von Lorenz Lorenzen den Untergangsort präzise zwischen der Tonne Westertill (westlich von Neuwerk) und Helgoland verorten, geben amtliche Quellen wie das Historische Marinearchiv (HMA) die Koordinaten 54°56'N / 07°55'E an, was einer Position nordwestlich von Sylt entspricht. Auch bei der Verlustursache gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen. Während Lorenzen von einem Minentreffer ausging, dokumentieren die offiziellen Marineprotokolle eine Kollision mit dem Schwesterboot T 72. Das Boot sank mit seiner etwa 16-köpfigen Besatzung, wobei Lorenzen den Untergang überlebte, jedoch persönliche Erinnerungsstücke wie ein Familienbild, ein Geschenk der Kronprinzessin in den Fluten verlor.

Technische Daten:
Allgemeine Schiffsdaten
- Typ: Torpedoboot (ab 1910 als Minensuchboot klassifiziert)
- Klasse: Schichau-Typ 1885 (Serie S 7 bis S 41)
- Bauwerft: F. Schichau, Elbing
- Baunummer: 327
- Stapellauf: 04.08.1886
- Indienststellung: 04.11.1886 (als S 25)
Abmessungen & Verdrängung
- Länge über alles: 37,74 m
- Breite: 4,80 m
- Tiefgang: 2,34 m (maximal)
- Verdrängung: 103 t (Konstruktion) / ca. 107 t (maximal)
Antrieb & Leistung
- Maschine: 1 stehende 3-Zylinder-Dreifachexpansions-Dampfmaschine
- Kessel: 1 Lokomotivkessel (später oft durch Marinekessel ersetzt)
- Leistung: ca. 840 PSi
- Geschwindigkeit: 19,1 Knoten (im Neuzustand)
- Antrieb: 1 Welle, 1 dreiflügelige Schraube (Ø 1,75 m)
- Brennstoffvorrat: 17 t Kohle
Bewaffnung (Originalzustand)
- Torpedorohre: 2 × 35-cm-Rohre (fest eingebaut im Bug)
- Artillerie: 1 × 3,7-cm-Revolverkanone (Hotchkiss)
- Hinweis: Bei der Reaktivierung als Minensucher 1914 wurde die Torpedobewaffnung meist entfernt, um Platz für Minenräumgeschirr (Ottergeräte) zu schaffen.
Besatzung
- Sollstärke: 1 Offizier und 15 Mannschaften
Quelle: Foto, Historisches Marinearchiv.
